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Catfishing anzeigen: Ist das strafbar und was hilft jetzt?

Catfishing anzeigen: Wann ein Fake-Profil strafbar ist, wie du Beweise sicherst, das Profil meldest und Anzeige erstattest. Mit Hilfe für Betroffene.

Von Veröffentlicht am 13 Min. LesezeitRead in English
Titelbild: Catfishing anzeigen, mit Antworten zur Strafbarkeit und zu den nächsten Schritten

Ja, du kannst Catfishing anzeigen. Sinnvoll ist das vor allem, wenn eine Straftat im Spiel ist, etwa Betrug, Stalking, Erpressung oder das Verbreiten deiner Fotos ohne Einwilligung. Ein Fake-Profil anzulegen, ist laut Polizei für sich genommen grundsätzlich nicht strafbar. Brich den Kontakt ab, sichere Profil und Chats per Screenshot, melde das Profil bei der App und erstatte Anzeige bei der Polizei, je nach Fall auch online über die Onlinewache deines Bundeslands.

Vielleicht schämst du dich gerade, weil du jemandem vertraut hast, den es so nicht gibt. Dafür gibt es keinen Grund: Catfisher bauen Nähe gezielt auf, und die Verantwortung liegt allein bei ihnen. Wir entwickeln bei TrustCamera eine Kamera-App, mit der sich zeigen lässt, dass ein Foto seit der Aufnahme unverändert ist. Für diesen Ratgeber haben wir zusammengetragen, was Polizei, Gesetzestexte und Plattformen zu Catfishing sagen.

Catfishing anzeigen: die Schritte im Überblick

Ob sich eine Catfishing-Anzeige lohnt, hängt davon ab, was passiert ist. Hat dich jemand um Geld gebracht, bedroht, verfolgt oder deine Fotos missbraucht, ist die Polizei die richtige Stelle. Unabhängig davon beendest du den Kontakt, sicherst Beweise und meldest das Profil bei der Plattform, damit es nicht weitere Menschen täuscht.

  1. Kontakt beenden: Antworte nicht mehr und schick weder Geld noch Fotos oder persönliche Daten, auch wenn die Person drängt oder droht.
  2. Beweise sichern: Mach Screenshots von Profil, Chats und Zahlungen, bevor du blockierst oder das Profil verschwindet.
  3. Profil melden: Nutze die Meldefunktion der Dating-App oder des sozialen Netzwerks.
  4. Bank anrufen: Hast du Geld geschickt, frag sofort bei deiner Bank oder deinem Zahlungsdienst nach einer Rückholung.
  5. Anzeige erstatten: bei jeder Polizeidienststelle, je nach Fall auch online über die Onlinewache deines Bundeslands.
  6. Hilfe holen: Sprich mit Menschen, denen du vertraust, oder mit einer Beratungsstelle.

Die ersten drei Schritte gelten für jeden Fall, auch wenn am Ende keine Straftat vorliegt. Woran du ein falsches Profil schon in den ersten Chats bemerkst, erklärt unser Ratgeber Fake-Profil erkennen.

Was ist Catfishing? Die kurze Erklärung

Beim Catfishing gibt sich jemand im Internet als eine andere Person aus, um Vertrauen oder eine Beziehung aufzubauen. Die Polizeidirektion Lüneburg beschreibt es als komplexe Identitätstäuschung mit dem Ziel der emotional-psychischen Manipulation. Der Catfisher kann eine reale Person imitieren, etwa mit gestohlenen Fotos, oder eine erfundene Identität aufbauen. Nicht jeder hat dabei etwas Kriminelles im Sinn: Manche wollen sich laut Polizei auf Dating-Seiten nur besser darstellen, andere in sozialen Medien unerkannt bleiben.

Kriminelle Catfisher nutzen die falsche Identität dagegen für Betrugs- und Missbrauchsmaschen. Die Polizei nennt als Beispiele Love-Scamming, Sextortion und Cyberstalking. Beim Love-Scamming geht es ums Geld: Nach Wochen voller Zuneigung taucht plötzlich eine Notlage auf, für die dein Match angeblich dringend Hilfe braucht. Zwischen geschönten Profilfotos und einer Straftat liegt also eine große Spanne. Genau daran hängt die Frage, ob Catfishing strafbar ist.

Ist Catfishing strafbar? Wann aus Täuschung eine Straftat wird

Einen Straftatbestand namens Catfishing gibt es im deutschen Strafrecht nicht. Laut Polizeidirektion Lüneburg ist das Anlegen falscher Profile in sozialen Netzwerken „grundsätzlich erstmal nicht strafbar“, verstößt aber oft gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform. Strafbar kann es werden, wenn der Catfisher mit der falschen Identität eine Tat begeht. Für eine Catfishing-Anzeige zählt deshalb, was genau passiert ist. Diese Paragrafen können dabei eine Rolle spielen:

  • Betrug (§ 263 StGB): Wer jemanden durch falsche Tatsachen täuscht und so dessen Vermögen schädigt, um sich oder andere rechtswidrig zu bereichern, riskiert bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Das ist der klassische Fall beim Love-Scamming.
  • Nachstellung (§ 238 StGB): Strafbar macht sich, wer einer Person unbefugt nachstellt, indem er wiederholt zum Beispiel Kontakt zu ihr sucht, Bilder von ihr verbreitet oder unter ihrem Namen herabwürdigende Inhalte veröffentlicht. Voraussetzung: Das Verhalten ist geeignet, ihre Lebensgestaltung nicht unerheblich zu beeinträchtigen. Es drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe.
  • Recht am eigenen Bild (§ 33 KUG): Wer ein Bildnis einer Person ohne deren Einwilligung verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt, riskiert bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift. Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

Droht dir jemand, intime Bilder oder Chats zu veröffentlichen, falls du nicht zahlst, ist das ebenfalls ein Fall für die Polizei. Das gilt auch, wenn sich ein Erwachsener gegenüber einem Kind als gleichaltrig ausgibt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen: Das kann als sogenanntes Cybergrooming nach § 176b StGB strafbar sein.

Ob ein konkreter Fall strafbar ist, entscheiden Staatsanwaltschaft und Gericht, nicht die Person, die Anzeige erstattet. Du musst also vorher nicht wissen, welcher Paragraf passt. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung: Bei Fragen zu Unterlassung oder Schadensersatz hilft dir eine Anwältin oder ein Anwalt weiter.

Beweise sichern, bevor das Profil verschwindet

Fake-Profile können jederzeit verschwinden, weil der Catfisher sie löscht oder die Plattform sie sperrt. Sichere deshalb alles, bevor du blockierst oder meldest. Mach Screenshots, auf denen Datum und Uhrzeit zu sehen sind, und speichere sie zusätzlich außerhalb des Handys, etwa per E-Mail an dich selbst.

  • Das Profil: Name, Nutzername, Profiltext, alle Fotos und, falls möglich, den Link zum Profil.
  • Die Chats: den ganzen Verlauf, auch auf WhatsApp, Telegram oder per E-Mail, mit Telefonnummern und Adressen.
  • Zugeschickte Medien: Fotos, Videos und Sprachnachrichten, die dir die Person geschickt hat.
  • Zahlungen: Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Gutscheincodes oder Krypto-Transaktionen.
  • Eine Zeitleiste: wann ihr euch kennengelernt habt, wann du gezahlt hast und wann der Kontakt abbrach.

Wichtig: Zeigen Aufnahmen Minderjährige in sexuellen Situationen, speichere, screenshotte oder verschicke sie nicht, auch nicht als Beweis. Laut Polizei kann man sich schon mit einem Screenshot solcher Inhalte strafbar machen. Wende dich stattdessen direkt an die Polizei und frag dort, wie du Beweise sichern sollst.

Blockiere die Person erst, wenn alles gesichert ist. Antworte auch nicht mehr auf Nachrichten, die dich zurückgewinnen oder unter Druck setzen sollen. Viele Betroffene wollen den Catfisher zur Rede stellen. Aus unserer Sicht bringt das wenig: Du bekommst selten eine ehrliche Antwort, und die Person erfährt, dass du ihr auf der Spur bist.

Hände an einem Smartphone und einem Laptop auf einem hellen Tisch
Erst sichern, dann blockieren: Screenshots von Profil und Chat gehören zusätzlich auf ein zweites Gerät.Foto: Kaboompics / Pexels

Das Profil bei Tinder, Instagram und Facebook melden

Auch wenn du keine Anzeige erstattest, solltest du das Profil bei der Plattform melden. Sie kann es sperren, bevor es weitere Menschen täuscht. Bei Tinder öffnest du laut Tinder-Sicherheitscenter vor einem Match das Profil, tippst auf das Symbol mit den drei Punkten und wählst „Melden“. Nach einem Match geht das im Chat über die drei Punkte oder die rote Flagge. Für Vorfälle außerhalb der App bittet Tinder darum, dem Support zu schreiben, mit Name, Alter, Bio und Fotos des Profils, am besten als Screenshots.

Andere Dating-Apps haben vergleichbare Funktionen, meist im Profil oder im Chat-Menü. Welche Maschen dort sonst verbreitet sind, zeigt unser Ratgeber zur Tinder-Betrugsmasche.

Auf Facebook meldest du ein Profil, das sich als dich oder als eine andere Person ausgibt, laut Facebook-Hilfe so: Klick unter dem Titelbild auf „Optionen“, wähle „Profil melden“ und folge den Anweisungen. Auch im Messenger kannst du solche Profile melden. Hast du kein Facebook-Konto oder keinen Zugriff darauf, gibt es dafür ein Kontaktformular. Für Instagram erklärt unser Ratgeber, wie du einen Fake-Account meldest, auch wenn er deine eigenen Fotos benutzt.

Catfishing anzeigen bei der Polizei: vor Ort oder online

Eine Catfishing-Anzeige kannst du bei jeder Polizeidienststelle erstatten. In einigen Fällen geht das auch online: Laut dem Portal der deutschen Polizei bieten die Länder dafür Onlinewachen an, zum Beispiel bei Betrug oder Hass im Netz. Du nutzt die Onlinewache deines Bundeslands. Für Notfälle ist sie nicht gedacht: Bist du in Gefahr, wählst du die 110.

Willst du Catfishing anzeigen, nimm deine Screenshots, die Zeitleiste und alle Zahlungsbelege mit. Beschreib, wie ihr euch kennengelernt habt, welche Namen und Nummern die Person benutzt hat und was sie von dir wollte. Nach der Anzeige bekommst du in der Regel ein Aktenzeichen, das Bank oder Plattform später womöglich brauchen.

Geht es um deine Fotos in einem fremden Profil, frag nach, ob zusätzlich ein Strafantrag nötig ist, denn das Recht am eigenen Bild wird nur auf Antrag verfolgt. Für diesen Antrag gilt eine Frist, stell ihn deshalb am besten gleich mit der Anzeige.

Ob die Polizei den Catfisher findet, kann dir niemand versprechen. Wer mit falscher Identität auftritt, ist naturgemäß schwer zu fassen. Trotzdem lohnt sich die Anzeige aus unserer Sicht, denn sie dokumentiert deinen Fall und kann helfen, wenn dieselbe Person weitere Menschen täuscht. Bist du unter 18, hol dir für die Anzeige eine erwachsene Vertrauensperson dazu, etwa aus deiner Familie oder deiner Schule.

Geld überwiesen oder Daten verschickt: was jetzt zählt

Hast du dem Catfisher Geld geschickt, zählt jede Stunde. Ruf sofort deine Bank oder deinen Zahlungsdienst an und frag, ob sich die Zahlung zurückholen lässt. Zahl nichts nach, egal mit welcher Begründung, auch nicht an angebliche Anwälte oder Behörden, die dir gegen Gebühr dein Geld zurückholen wollen. Welche Chancen du bei Überweisung und PayPal hast, erklärt unser Notfallplan Kleinanzeigen-Betrug: Was tun?, die Hinweise zu diesen Zahlungswegen gelten auch hier. Was du tun kannst, wenn du einem Love-Scammer schon Geld überwiesen hast, zeigt unser Ratgeber Love-Scamming erkennen.

Hast du Ausweiskopien, Kontodaten oder Passwörter verschickt, ändere sofort die betroffenen Passwörter und informiere deine Bank. Erwähne die Ausweiskopie auch in deiner Anzeige. Tauchen später Konten oder Verträge unter deinem Namen auf, kannst du auf den Vorgang verweisen.

Schickt dir die Person nach dem Kontaktabbruch Drohungen oder verlangt Geld dafür, Bilder nicht zu veröffentlichen, antworte nicht und zahl nicht. Sichere Profil und Drohungen, lösch den Chat nicht und leite intime Bilder an niemanden weiter. Geh dann zur Polizei. Wie du in dieser Lage Schritt für Schritt vorgehst, beschreibt unser Ratgeber zu Sextortion.

Deine Fotos im Fake-Profil: Identitätsmissbrauch melden

Catfishing hat oft zwei Betroffene: die Person, die getäuscht wird, und die Person, deren Fotos der Catfisher benutzt. Hat dir jemand erzählt, dass dein Gesicht in einem fremden Profil auftaucht, oder bist du selbst darauf gestoßen, geh so vor:

  1. Suchen: Prüfe mit einer Bilder-Rückwärtssuche, wo deine Fotos noch zu finden sind.
  2. Sichern: Halte jedes Profil mit Screenshot und Link fest.
  3. Melden: Melde die Profile als Identitätsmissbrauch, nicht nur als Fake. Wähle als Grund, dass sich jemand als dich ausgibt.
  4. Warnen: Sag Freunden und Followern Bescheid, etwa mit einem kurzen Post, damit niemand auf das falsche Profil hereinfällt.
  5. Anzeigen: Erstatte Anzeige und frag nach dem Strafantrag wegen deines Rechts am eigenen Bild.

Mach dir bewusst, dass du nichts falsch gemacht hast, nur weil deine Fotos öffentlich zu sehen waren. Wer sie stiehlt, trägt die Verantwortung.

Ein zerrissenes rotes Papierherz auf dunkelgrauem Untergrund
Catfishing trifft Gefühle, nicht nur das Konto. Scham ist trotzdem fehl am Platz.Foto: Marta Nogueira / Pexels

Nach dem Catfishing: Scham ablegen und Hilfe holen

Catfishing tut weh, auch wenn kein Geld geflossen ist. Du hast Zeit, Gefühle und vielleicht Geheimnisse in eine Beziehung gesteckt, die es so nicht gab. Wut, Trauer und Misstrauen sind in so einer Lage verständlich. Scham ist dagegen genau das, womit Täter rechnen: Wer schweigt, meldet nichts und warnt niemanden.

Erzähl einer Freundin, einem Freund oder jemandem aus der Familie, was passiert ist. Nach einer Straftat bekommst du Unterstützung beim Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS unter 116 006. Es ist täglich von 7 bis 22 Uhr erreichbar, kostenfrei und anonym, alternativ gibt es eine Onlineberatung per E-Mail. Belastet dich das Erlebte auch ohne Straftat, erreichst du die TelefonSeelsorge Tag und Nacht kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

Bist du jünger als 18, hilft dir die Nummer gegen Kummer unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, kostenlos und anonym. In akuter Gefahr wählst du die 110.

Gib dir Zeit, bevor du wieder datest. Wenn du so weit bist, helfen dir ein paar feste Prüfschritte dabei, neuen Kontakten entspannter zu begegnen.

Beim nächsten Match: Echtheit prüfen statt Fotos glauben

Ein Foto mit einem Zettel, auf dem dein Name und das heutige Datum stehen, galt lange als guter Echtheitstest. Aktuelle KI-Bildgeneratoren erzeugen aber auch lesbare Schrift, ein Beweis ist so ein Foto deshalb nicht mehr. Aussagekräftiger ist ein Videoanruf, bei dem sich dein Match bewegt und spontan reagiert. Doch auch Gesichter lassen sich inzwischen in Echtzeit tauschen, wie unser Ratgeber Deepfake erkennen zeigt. Kombiniere den Anruf deshalb mit anderen Prüfungen, etwa einer Bildersuche und einem ersten Treffen an einem belebten Ort.

Mit TrustCamera kommt ein weiterer Baustein dazu. Bitte dein Match, ein frisches Foto in der TrustCamera-App aufzunehmen und dir den Prüfcode gleich zu schicken. Den Code prüfst du direkt nach dem Empfang kostenlos im Browser, ohne Konto, und siehst, dass die Datei seit der Aufnahme unverändert ist. Dazu kommen Aufnahmezeit und ungefährer Ort mit einer Genauigkeit von etwa 10 km, nie die genaue Position. Noch ist die App nicht verfügbar, sie erscheint in Kürze für Android und iOS.

Der Code zeigt nicht, wer auf dem Foto zu sehen ist, ob die Person das Profil wirklich selbst betreibt oder ob die Szene gestellt ist. Er ersetzt also weder den Videoanruf noch dein Bauchgefühl. Bedenke außerdem, dass ein Prüfcode einen ungefähren Ort verrät. Das gilt für dein Match und für dich, falls du selbst einen Code schickst. Teile ihn nur, wenn du dich damit wohlfühlst.

Häufige Fragen zu Catfishing

Kann man Catfishing anzeigen?

Ja. Du kannst bei jeder Polizeidienststelle Anzeige erstatten, je nach Fall auch online über die Onlinewache deines Bundeslands. Sinnvoll ist das vor allem, wenn der Catfisher dich um Geld gebracht, bedroht, verfolgt oder deine Fotos ohne Einwilligung verbreitet hat. Ob der Fall strafbar ist, prüft danach die Staatsanwaltschaft.

Ist Catfishing in Deutschland strafbar?

Nicht als solches. Ein Fake-Profil anzulegen, ist laut Polizei grundsätzlich nicht strafbar, verstößt aber oft gegen die Regeln der Plattform. Strafbar kann es werden, wenn der Catfisher damit betrügt, dir nachstellt oder Fotos einer realen Person ohne deren Einwilligung verbreitet. Dann kommen etwa Betrug, Nachstellung oder ein Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild in Betracht.

Was ist Catfishing, einfach erklärt?

Beim Catfishing gibt sich jemand online als eine andere Person aus, oft mit fremden Fotos und einer erfundenen Lebensgeschichte. Ziel ist es, Vertrauen oder eine Beziehung aufzubauen. Manche Catfisher wollen sich nur besser darstellen. Andere nutzen die falsche Identität für Betrug, Erpressung oder Stalking.

Was kann ich tun, wenn jemand meine Fotos für ein Fake-Profil nutzt?

Sichere das Profil per Screenshot und Link und melde es bei der Plattform als Identitätsmissbrauch, nicht nur als Fake. Prüf mit einer Bilder-Rückwärtssuche, ob deine Fotos noch anderswo auftauchen. Du kannst außerdem Anzeige erstatten. Weil das Recht am eigenen Bild nur auf Antrag verfolgt wird, frag dabei nach dem Strafantrag.

Lohnt sich eine Anzeige, wenn ich kein Geld verloren habe?

Das hängt davon ab, was passiert ist. Hat dich die Person bedroht, verfolgt, erpresst oder deine Fotos verbreitet, ist eine Anzeige auch ohne finanziellen Schaden sinnvoll. Ging es zwischen Erwachsenen nur um geschönte Angaben zu Aussehen oder Alter, liegt meist keine Straftat vor. Das Profil bei der Plattform zu melden, lohnt sich in jedem Fall.

Kann ich Catfishing online anzeigen?

In einigen Fällen ja, über die Onlinewache deines Bundeslands. Die Polizei nennt dafür als Beispiele unter anderem Betrug und Hass im Netz. Passt dein Fall in kein Formular, gehst du zu einer Dienststelle. Halte Screenshots von Profil, Chat und Zahlungen bereit und beschreibe den Ablauf möglichst genau. In Notfällen ist die Onlinewache nicht der richtige Weg, dann wählst du die 110.

Was mache ich, wenn der Catfisher mich erpresst?

Zahl nicht und antworte nicht mehr. Sichere Chatverlauf und Profil, ohne den Chat zu löschen, leite intime Bilder an niemanden weiter und erstatte Anzeige bei der Polizei. Bist du unter 18, sprich sofort mit einer erwachsenen Vertrauensperson. Die einzelnen Schritte beschreibt unser Ratgeber zu Sextortion.

Fazit: Catfishing anzeigen lohnt sich, wenn aus Täuschung eine Tat wird

Ein falsches Profil allein ist in Deutschland meist kein Fall für die Polizei, wohl aber für die Plattform. Sobald Geld, Drohungen, Stalking oder deine Fotos im Spiel sind, solltest du Catfishing anzeigen, vor Ort oder online. In jedem Fall beendest du den Kontakt, sicherst Beweise und meldest das Profil.

Vor allem aber: Wer auf einen Catfisher hereinfällt, hat nichts falsch gemacht. Hol dir Unterstützung, sprich über das, was passiert ist, und lass dir beim nächsten Match Zeit. Ein Videoanruf, eine Bildersuche und ein gesundes Maß an Skepsis schützen dich besser als jedes Profilfoto.

Über den Autor

Mitgründer & Marketing bei TrustCamera

Yannick ist Mitgründer von TrustCamera und verantwortet dort Marketing und Content. Er hat einen Bachelor- und Masterabschluss im Businessbereich und beschäftigt sich seit Jahren mit Content-Marketing und SEO.

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