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Fake-Shop erkennen: Warnsignale und kostenlose Prüf-Tools

Fake-Shop erkennen, bevor du zahlst: Warnsignale bei Preis, Impressum und Domain, kostenlose Prüf-Tools und Zahlungsarten, die dich im Ernstfall schützen.

Von Veröffentlicht am 13 Min. LesezeitRead in English
Titelbild: Fake-Shop erkennen, Warnsignale und kostenlose Prüf-Tools

Einen Fake-Shop erkennst du meist an mehreren Warnsignalen zugleich: Preise weit unter dem Marktwert, eine Kasse, die am Ende nur Vorkasse per Überweisung annimmt, ein fehlendes oder falsches Impressum und Gütesiegel, die sich nicht überprüfen lassen. Gib die Adresse vor der Bestellung in den kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale ein und bezahl bei unbekannten Shops nur auf Rechnung oder mit einer Zahlart, bei der du dein Geld zurückholen kannst.

Fake-Shops sehen oft aus wie echte Onlineshops, mit Warenkorb, Produktfotos und Kundenbewertungen. Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt, wie sie mit Anzeigen in Suchmaschinen und auf Websites locken. In der Regel zahlst du dann im Voraus für Ware, die nie ankommt. Seltener kommt zwar ein Paket, aber mit minderwertiger oder gefälschter Ware.

Wir entwickeln bei TrustCamera eine Kamera-App, die Fotos schon bei der Aufnahme nachprüfbar macht. Deshalb beschäftigen wir uns viel mit kopierten Produktfotos und gefälschten Nachweisen. Diese Übersicht bündelt die Warnsignale, die Polizei, BSI und Verbraucherzentralen nennen, zeigt kostenlose Prüf-Tools und führt zu unseren ausführlichen Ratgebern.

Fake-Shop erkennen: die wichtigsten Warnsignale im Überblick

Ob ein Onlineshop echt ist, zeigt sich selten an einem einzelnen Detail. Verdächtig wird es, wenn mehrere Punkte zusammenkommen: ein Preis, den kein anderer Händler bietet, ein Countdown, der zur Eile drängt, ein Impressum ohne auffindbare Firma, eine sehr junge Domain und eine Kasse, die nur noch Überweisung akzeptiert. Dann gilt: erst prüfen, dann bestellen.

WarnsignalWoran du es merkstSo prüfst du es
Preis zu gutMarkenware viel billiger als überall sonst, das ganze Sortiment stark reduziertPreis bei bekannten Händlern vergleichen
Zahlart wechseltLogos von PayPal und Kreditkarte auf der Seite, an der Kasse nur VorkasseBis kurz vor dem Bezahlen durchklicken
Impressumfehlt, ist lückenhaft oder nennt eine Firma, die es dort nicht gibtFirma und Adresse im Netz und auf einer Karte suchen
DomainTippfehler, Endungen wie „.de.com“, Name passt nicht zur Ware, sehr neuRegistrierungsdatum per Whois abfragen
Gütesiegelnur ein Bild ohne Funktion oder ein Link auf eine KopieShop im Verzeichnis des Siegelanbieters suchen
Bewertungennur Lob, ähnliche Formulierungen, keine KritikErfahrungen außerhalb des Shops suchen
DruckCountdown, „nur noch 2 Stück“, Rabatt nur heutePause machen, Fakeshop-Finder nutzen

Die meisten dieser Merkmale nennen die Polizeiliche Kriminalprävention, das BSI und der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei, die wir in den nächsten Abschnitten verlinken. Ein einzelnes Signal ist noch kein Beweis, auch seriöse Händler haben mal einen Tippfehler im Impressum. Kommen zwei oder drei Punkte zusammen, bestell nicht, bevor du den Shop mit den Tools weiter unten geprüft hast.

Preis, Countdown und Kasse: So locken Fake-Shops

Der Köder ist fast immer der Preis. Die Polizeiliche Kriminalprävention nennt als typisches Beispiel das neueste Smartphone für die Hälfte und warnt: Ein Preis deutlich unter dem Marktwert ist auch und gerade an Aktionstagen ein Warnsignal. Das BSI warnt zusätzlich vor Shops, in denen alle Produkte einheitlich sehr günstig sind. Echte Händler haben Sonderangebote, aber selten ein ganzes Sortiment mit Traumrabatten.

Dazu kommt Zeitdruck. Der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei nennt zeitlich begrenzte Rabatte mit Countdown und künstlich knappe Ware als typische Mittel. Wer glaubt, nur noch wenige Minuten zu haben, prüft weniger gründlich. Genau darauf setzen die Betreiber.

Das deutlichste Signal zeigt sich an der Kasse. Laut Polizei werden anfangs oft Kreditkarte, Nachnahme oder PayPal angezeigt, am Ende kannst du aber nur per Vorkasse überweisen. Das Konto liegt dann häufig im Ausland oder wirkt wie ein Privatkonto. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt außerdem vor Shops, die um eine Zahlung über die PayPal-Funktion „Geld an einen Freund senden“ bitten. Warum dich diese Option nicht schützt, erklärt unser Ratgeber zum PayPal-Freunde-Betrug.

Ist der Online-Shop seriös? Impressum und Anbieter prüfen

Wer in Deutschland geschäftsmäßig online verkauft, muss ein Impressum bereithalten. Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz gehören dazu unter anderem Name und Anschrift, bei Firmen die Rechtsform und die Vertretungsberechtigten, eine E-Mail-Adresse sowie, falls vorhanden, Registernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die Angaben müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Fehlt das Impressum oder ist es lückenhaft, ist das ein klares Warnsignal.

Ein vollständiges Impressum allein beweist aber wenig, denn Betrüger kopieren die Angaben echter Firmen. Das BSI nennt es ein Indiz für einen Fake-Shop, wenn die Adresse zwar korrekt ist, die Firma dort nach einer Internetrecherche aber nicht zu finden ist. Such deshalb Firmenname und Anschrift in einer Suchmaschine und auf einer Karte. Sitzt dort ein ganz anderes Unternehmen, bestell nicht.

Auch die Nummern im Impressum lassen sich prüfen. Der Ratgeber der Polizei rät, die Handelsregisternummer im Handelsregister nachzuschlagen: Ist die Nummer nicht vergeben, solltest du misstrauisch werden, und auch ein fremder Firmenname kann ein Indiz für einen Fake-Shop sein. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer kannst du zum Beispiel im VIES-Portal der EU-Kommission auf Gültigkeit testen. Ist eine Nummer erfunden, ist der Fall schnell klar. Eine gültige Nummer kann aber von einem echten Unternehmen kopiert sein, darauf weist auch die Polizei hin.

Domain und Website: neue Adressen, Tippfehler und das Schloss-Symbol

Schau dir die Adresse in der Browserzeile genau an. Das BSI warnt vor auffälligen Endungen wie „.de.com“. Der Ratgeber der Polizei nennt außerdem Adressen, die sich nur durch Sonderzeichen oder eine andere Endung vom Original unterscheiden, und Namen, die nicht zur Ware passen: Ein Sportverein verkauft keine Luxushandtaschen. Kommt ein Shop-Link per SMS oder Mail, etwa als angebliche Paketnachricht, öffne ihn am besten gar nicht. Wie diese Masche läuft, zeigt unser Ratgeber zur Fake-SMS zum Paket.

Wie alt eine Domain ist, verrät eine Whois-Abfrage. Für .de-Adressen zeigt die Whois-Abfrage von DENIC das „Datum der letzten Registrierung“. Bei .com, .shop und anderen internationalen Endungen hilft ICANN Lookup. Laut Polizei kann eine noch recht frische Website ein Indiz für einen Fake-Shop sein. Ein Shop, der mit jahrelanger Erfahrung wirbt, dessen Adresse aber erst seit ein paar Wochen registriert ist, passt nicht zusammen.

Umgekehrt ist ein altes Datum keine Entwarnung. DENIC weist selbst darauf hin, dass eine Domain seit diesem Datum registriert ist, aber nicht zwingend für den heutigen Inhaber. Auch das Schloss-Symbol im Browser beantwortet die Frage nicht. Es zeigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Der Polizei-Ratgeber stellt klar, dass das „S“ in https und das Schloss nicht bedeuten, dass der Betreiber seriös ist.

Gütesiegel, Bewertungen und Produktfotos gegenprüfen

Fake-Shops schmücken sich gern mit Gütesiegeln und Kundenbewertungen, doch laut Polizei sind diese oft nicht echt. Ein echtes Siegel lässt sich laut BSI anklicken und zeigt dann Informationen zu Shop und Bestellprozess. Sicherer ist der Weg, den der Ratgeber der Polizei beschreibt: Ruf die Seite des Siegelanbieters selbst auf und prüf, ob der Shop dort im Verzeichnis steht. Dem Siegel-Link im Shop solltest du dafür nicht folgen, denn laut Polizei wurden schon Seiten von Siegelanbietern gefälscht. Selbst ein echtes Siegel heißt laut BSI nur, dass Shop und Bestellprozess geprüft wurden.

Bewertungen, die der Shop selbst anzeigt, sagen wenig. Das BSI rät, Erfahrungen auf Bewertungsportalen oder per Suchmaschine zu recherchieren. Such zum Beispiel nach dem Shopnamen zusammen mit „Erfahrungen“ oder „Betrug“. Doch auch auf Portalen stehen gekaufte Einträge. Woran du sie erkennst, zeigt unser Ratgeber Fake-Bewertungen erkennen.

Produktfotos können aus jedem echten Shop kopiert sein. Eine Bilder-Rückwärtssuche zeigt, wo ein Foto sonst noch auftaucht. Das allein beweist nichts, weil auch seriöse Händler Herstellerfotos nutzen. Auffällig wird es, wenn dieselben Bilder in Kleinanzeigen oder bei Shops mit ganz anderem Namen auftauchen.

Bei Markenware zum Bruchteil des Preises kann statt gar nichts auch eine Fälschung kommen. Die Polizei beschreibt Fälle, in denen die Kreditkarte korrekt belastet wurde, aber keine oder minderwertige und gefälschte Ware ankam. Woran du Fälschungen erkennst und was beim Kauf rechtlich gilt, erklärt unser Ratgeber gefälschte Markenware erkennen.

Fakeshop-Finder und Fake-Shop-Liste: kostenlose Prüf-Tools

Das bekannteste Werkzeug ist der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen. Laut Verbraucherschutzministerium NRW hat ihn die Verbraucherzentrale NRW mit Förderung des Landes entwickelt. Du gibst die Adresse des Shops ein und bekommst binnen weniger Sekunden eine Ampel: Rot ist eine eindeutige Warnung, Gelb heißt vor der Bestellung genauer hinsehen, Grün heißt, dass alles in Ordnung scheint. Das Tool sucht unter anderem nach fehlendem Impressum und Umsatzsteuer-IDs, die es gar nicht gibt, und gleicht mit öffentlichen Listen bekannter Fake-Shops ab. Die Nutzung ist kostenlos.

Grün ist aus unserer Sicht trotzdem keine Garantie. Ein ganz neuer Shop steht womöglich noch auf keiner Liste, und kein Programm sieht, ob die Ware wirklich im Lager liegt. Nimm das Ergebnis deshalb als einen Hinweis unter mehreren, zusammen mit Impressum, Domain und Zahlungsarten.

Die Verbraucherzentrale Hamburg führt außerdem eine Fake-Shop-Liste, die sie mit Hinweisen von Verbraucherinnen und Verbrauchern regelmäßig ergänzt. Steht ein Shop dort, bestell nicht. Fehlt er, heißt das wenig, denn auf die Liste kommen nur Shops, auf die jemand die Verbraucherzentrale aufmerksam gemacht hat.

Wer beim Surfen automatisch gewarnt werden will, findet beim BSI einen weiteren Hinweis: Es nennt den Fake-Shop Detector, eine Browser-Erweiterung, die vor verdächtigen Shops warnt. Welches Tool du auch nutzt, einen Fake-Shop prüfen heißt am Ende immer auch, selbst ins Impressum und an die Kasse zu schauen.

Sicher bezahlen: Welche Zahlungsart dich bei einem Fake-Shop schützt

Die Zahlungsart entscheidet, ob du im Ernstfall eine Chance auf dein Geld hast. Laut Polizei solltest du nur in Shops kaufen, die sichere Zahlungsarten wie den Rechnungskauf anbieten, und diese auch nutzen. Eine SEPA-Lastschrift kannst du nach § 675x BGB innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen.

ZahlungsartWenn nichts ankommtEinordnung
Kauf auf RechnungDu zahlst erst nach Erhalt der WareErste Wahl bei unbekannten Shops
SEPA-LastschriftErstattung innerhalb von acht Wochen über deine BankGut
KreditkarteDu kannst beim Kartenanbieter eine Reklamation (Chargeback) versuchenBrauchbar, aber du zahlst im Voraus
PayPal „Waren und Dienstleistungen“Käuferschutz nach den Regeln von PayPalBrauchbar
Vorkasse per ÜberweisungGeld ist meist weg, nur schnelles Handeln hilft vielleichtBei unbekannten Shops meiden
PayPal „Freunde und Familie“Kein KäuferschutzNie bei Einkäufen

Eine Überweisung ist bei einem unbekannten Shop die schlechteste Wahl, denn laut Verbraucherzentrale Hamburg sehen Betroffene ihr Geld meist nicht wieder. Sie rät, im Netz möglichst nicht per Vorkasse zu zahlen, und zählt dazu neben der Überweisung auch die Kreditkarte. Besser sei es, erst nach Erhalt der Ware oder per Lastschrift zu zahlen. Wie PayPal, Überweisung und andere Wege im Detail schützen, vergleicht unser Ratgeber Kleinanzeigen: sicher bezahlen. Vieles davon lässt sich auf Einkäufe in Onlineshops übertragen.

Eine Hand tippt auf einem Laptop, die andere hält eine Kreditkarte
Kartendaten gibst du erst ein, wenn der Shop deine Prüfung bestanden hat. Bei unbekannten Shops ist der Kauf auf Rechnung die sicherere Wahl.Foto: SHVETS production / Pexels

Fake-Händler auf Amazon und anderen Marktplätzen

Fake-Shops gibt es nicht nur als eigene Websites. Der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei beschreibt eine Masche auf dem Amazon Marketplace: Täter eröffnen einen eigenen Händler-Shop oder übernehmen per Phishing das Konto eines seriösen Händlers. Dort bieten sie zum Beispiel Fahrräder, Küchengeräte, Smartphones oder Fernseher günstig und vorrätig an. Wer kaufen will, soll den Verkäufer vorab per Mail außerhalb von Amazon kontaktieren und bekommt dann eine Bankverbindung, meist im Ausland.

Die Polizei rät deshalb, bei Marketplace-Händlern weder außerhalb von Amazon Kontakt aufzunehmen noch außerhalb zu bezahlen. Dasselbe Prinzip hilft auf Kleinanzeigen, Vinted und anderen Plattformen: Sobald du für die Zahlung die Plattform verlassen sollst, verlierst du in der Regel ihren Schutz. Welche Maschen dort unter Privatleuten üblich sind, zeigt unser Ratgeber Kleinanzeigen-Betrug erkennen.

Ein geöffneter, leerer Pappkarton auf einem alten Holztisch, daneben Klebeband und Schere
Bezahlt, aber nichts kommt an? Ruf sofort deine Bank an, denn für einen Rückholversuch zählt jede Stunde.Foto: Kaboompics / Pexels

Auf einen Fake-Shop hereingefallen: die ersten Schritte

Hast du schon bezahlt, zählt die Zeit. Die Polizeiliche Kriminalprävention rät Betroffenen, sich sofort an Bank oder Zahlungsanbieter zu wenden, um eine Rückbuchung zu prüfen, und Anzeige zu erstatten. Zusammen mit den Hinweisen aus dem Ratgeber der Polizei ergeben sich diese Schritte:

  1. Bank oder Zahlungsdienst sofort anrufen: Laut Polizei lässt sich eine Überweisung gegebenenfalls noch aufhalten, das Zeitfenster ist aber oft sehr kurz. Bei Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal fragst du nach Rückbuchung oder Erstattung.
  2. Beweise sichern: Screenshots von Shopseite, Impressum, Bestellbestätigung, Mails und Zahlungsbeleg.
  3. Anzeige erstatten: bei der Polizei vor Ort oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes.
  4. Shop melden: zum Beispiel über das Kontaktformular der Verbraucherzentrale Hamburg, damit andere gewarnt werden.

Die Anzeige lohnt sich auch bei kleinen Beträgen. Laut Polizei-Ratgeber kann die Polizei gegen die Betreiber eines Fake-Shops strafrechtlich nicht vorgehen, wenn keine Anzeige eines Geschädigten vorliegt. Hast du Kartendaten eingegeben, lass die Karte am besten sperren. Wie du dein Geld zurückforderst und was in die Anzeige gehört, erklärt unser Ratgeber Fake-Shop: was tun?.

Häufige Fragen zu Fake-Shops

Wie erkenne ich, ob ein Onlineshop seriös ist?

Ein seriöser Shop hat ein vollständiges Impressum mit einer Firma, die du im Netz wiederfindest, mehrere Zahlungsarten bis zum letzten Schritt, realistische Preise und Gütesiegel, die sich beim Anbieter überprüfen lassen. Einen Fake-Shop erkennst du am Gegenteil: Traumpreise, Countdown, am Ende nur Vorkasse und eine sehr junge Domain. Im Zweifel prüf die Adresse zusätzlich mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen.

Wie kann ich einen Fake-Shop prüfen lassen?

Am schnellsten mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen: Adresse eingeben, nach wenigen Sekunden zeigt eine Ampel das Ergebnis. Zusätzlich kannst du die Fake-Shop-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg durchsuchen und das Alter der Domain per Whois-Abfrage prüfen. Kein Tool ist perfekt, deshalb gehört der Blick auf Impressum und Zahlungsarten immer dazu.

Gibt es eine App, um Fake-Shops zu erkennen?

Für die schnelle Prüfung brauchst du keine App, denn der Fakeshop-Finder läuft im Browser, auch auf dem Handy. Das BSI nennt außerdem den Fake-Shop Detector, eine Browser-Erweiterung, die beim Surfen vor verdächtigen Shops warnt. Installiere solche Werkzeuge nur aus offiziellen Quellen und nimm ihre Einschätzung als Hinweis, nicht als Garantie.

Ist ein Shop mit Schloss-Symbol und https sicher?

Nicht automatisch. Das Schloss zeigt nur, dass deine Daten verschlüsselt übertragen werden. Laut dem Ratgeber Internetkriminalität der Polizei bedeutet es nicht, dass der Betreiber seriös ist, denn auch Fake-Shops nutzen verschlüsselte Verbindungen. Ohne https solltest du allerdings nie Zahlungsdaten eingeben.

Welche Zahlungsart ist bei einem unbekannten Shop am sichersten?

Am sichersten ist der Kauf auf Rechnung, weil du erst nach Erhalt der Ware zahlst, und die Polizei empfiehlt ihn ausdrücklich. Eine SEPA-Lastschrift kannst du über deine Bank zurückgeben lassen. Bei Kreditkarte und PayPal „Waren und Dienstleistungen“ gibt es Wege zur Erstattung. Vorkasse per Überweisung und PayPal „Freunde und Familie“ solltest du bei unbekannten Shops meiden.

Wie erkenne ich einen Fake-Shop auf Amazon?

Vorsicht ist geboten, wenn ein Marketplace-Händler günstige, vorrätige Ware anbietet und dich bittet, ihn vorab per Mail außerhalb von Amazon zu kontaktieren. Laut Polizei bekommst du dann eine Bankverbindung, meist im Ausland. Kontakt und Bezahlung sollten immer über Amazon laufen, denn nach einer Überweisung ist das Geld so gut wie weg.

Gibt es eine Liste mit Fake-Shops?

Ja, die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine Fake-Shop-Liste, die sie anhand von Meldungen ergänzt. Auch der Fakeshop-Finder gleicht mit Listen bekannter Fake-Shops ab. Vollständig ist keine Liste, weil laufend neue Shops dazukommen. Taucht ein Shop nirgends auf, prüf deshalb trotzdem Impressum, Domain und Zahlungsarten.

Fazit: Fake-Shop erkennen heißt, vor dem Bezahlen innezuhalten

Fake-Shops leben vom schnellen Klick: Traumpreis, Countdown, Vorkasse. Wer vor dem Bezahlen ein paar Minuten investiert, lässt die meisten ins Leere laufen. Schau ins Impressum, such die Firma, prüf das Alter der Domain, klick dich bis zur Kasse durch und gib die Adresse in den Fakeshop-Finder ein.

Bezahl bei unbekannten Shops auf Rechnung oder mit einer Zahlart, die eine Rückbuchung erlaubt, und nie per Überweisung an ein fremdes Konto. Ist es doch passiert, ruf sofort deine Bank an, sichere die Belege und erstatte Anzeige. Nur mit Anzeigen kann die Polizei laut ihrem Ratgeber gezielt gegen die Betreiber vorgehen.

Über den Autor

Mitgründer & Marketing bei TrustCamera

Yannick ist Mitgründer von TrustCamera und verantwortet dort Marketing und Content. Er hat einen Bachelor- und Masterabschluss im Businessbereich und beschäftigt sich seit Jahren mit Content-Marketing und SEO.

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